IK 678 Høvlsbakke - C
IK No. adjusted: 678
Material
gold
Seriation Group
0:H
Condition
damaged; Worn: No
Diameter
mm
Diameter info
Weight
g
Stitch hole
No
Found year
2018
Fake suspicious
No
Museum
Registration No
Delivered
January
Category of Inscription
runes
Inscription
←fuþiz
Inscription long
Es ist nämlich deutlich zu erkennen, dass die von einer postulierten vierten r-Rune bzw. u-Rune nach links in Leserichtung vom Hauptstab abgehende Zeichenkomponente nicht direkt an diesen anschließt, sondern von diesem mit einem deutlichen Abstand auf der oberen Rahmenlinie nach links abgesetzt ist. Folglich ist der Stab weiterhin als i-Rune zu lesen, die innerhalb der Inschrift als vierte, aber eben nicht letzte Rune anzusehen ist. Daneben findet sich, da für die Inschrift keine Seitenrahmung vorliegt, eine z-Rune, deren linker Zweig in spielerischer Art in die untere Kontur des vorderen Pferdebeines integriert ist. Zu lesen ist die Inschrift damit mit fünf Runenzeichen als fuþiz. Eine direkte Kontinuante von germanischem bzw. runischem fuþiz findet sich nun innerhalb der germanischen Einzelsprachen im Mittelhochdeutschen mit vud/vut und im Mittelniederdeutschen mit vut. Es handelt sich, wie die Genitivform mhd. vüde zeigt, um einen femininen i-Stamm; das Schwanken im Auslaut des mhd. Wortes läßt sich durch Expressivität erklären. Eine lautgesetzliche Fortsetzung von germanischem bzw. runischem fuþiz im Altnordischen, die †fyðr lauten würde, ist nicht belegt. Hingegen existiert altnordisch fuð. Weil nun die femininen i-Stämme im Altnordischen im Singular in die Klasse der femininen ō-Stämme übergegangen sind, ist das altnordisch belegte fuð als regelrechte Fortsetzung von fuþiz unter dem Wechsel der Stammklasse zu erachten. Der Übertritt in die andere Stammklasse erfolgte mit dem Schwund der alten Nominativendung im Singular (vgl. etwa gotisch dēþs ~ altnordisch dáð) und konnte auch ohne (bzw. vor) Eintritt des i-Umlautes geschehen (vgl. altnordisch hurð ~ gotisch haurds, germanisch *hurð-i-z). fuþiz ist als Nom. Sing. zu bestimmen; wollte man der alten Lesung fuþi ihr Recht lassen und sie im Lichte dieser Etymologie analysieren, so wäre die Form als Dat. Sing. zu bestimmen – das ergäbe aber als Inschrift keinen Sinn. Ebenfalls abzulehnen ist die formal gegebene Möglichkeit einer Bestimmung als Akk. Sing., da ein isolierter Akkusativ ohne regierendes Verb syntaktisch nicht möglich (und auch nicht belegt) ist (Beck, 2009, 15-17).
Possible formular word
fuÞark?