IK 374 Undley - A

IK No. adjusted: 374

He in as a pictorial descendant of Mars and Urbs Roma (Er in der Mars- und Urbs Roma-Nachfolge)

Material
gold
Seriation Group
65:H2
Condition
good; Leicht verbeult und abgenutzt, sonst gut erhalten. Zirkeleinstich im Model, Zirkeleinstichloch. Worn: Yes
Diameter
23 mm
Diameter info
Weight
2.24 g
Stitch hole
Yes
Found year
1981
Fake suspicious
No
Museum
Registration No
Delivered

Category of Inscription
runes
Inscription
←g͡ag͡ag͡a ᛫maga ᛫ medu / ←g͡æg͡og͡æ ᛫ mægæ ᛫ medu.
Inscription long
Eine linksläufige über die Segmente S 1, 2, 4 fortlaufende Runeninschrift zwischen Begrenzungslinien. Die Transliteration hängt davon ab, ob das Exemplar in a) Südskandinavien/Schleswig-Holstein (Hines, 1984, S. 205; wahrscheinlich in Schleswig-Holstein) oder b) in England (Anglia) geprägt wurde (vgl. zu dieser archäologisch weniger plausiblen Annahme Hines, 1984, S. 208f., aus runologischen Gründen spricht sich Page, 1984, S. 37f. dafür aus). Im Fall a) lautet die Lesung: g͡aga͡ag͡a ᛫maga ᛫ medu; im Fall b): g͡æg͡og͡æ ᛫ mægæ ᛫ medu. Das Problem läßt sich runologisch nur von der Binderune 2 aus lösen. Sieht man in den leicht gebogenen und wenig tiefer ansetzenden Seitenzweigen eine Form der ᚩ-Rune, dann liegt das anglofriesische Futhorc vor. Da aber die Winkelform nicht eindeutig ist, könnte auch mit einer unklaren ᚨ-Rune - freilich in Nachbarschaft mit korrekten ᚨ-Runen - gerechnet werden. Vom altrunischen Standpunkt aus ist dreimaliges g͡a mit derselben Folge auf dem Lanzenschaft von Kragehul (KJ, 1966, Nr. 27; Anf. 6. Jh.) zu vergleichen. Hier mag es sich um ein magisch wirkendes Zeichen handeln, das man als gibu auja (vgl. Br. aus Raum Køge-C, hier Bd. 1, Nr. 98) oder auch als gebu ansuʀ "Gabe-Ase" verstanden hat. Kreisförmige Trenner stehen vor den beiden folgenden Komplexen. 1.) maga: [kaum zu *maguR "Knabe", das in den Runeninschriften nur als u-Stamm bezeugt ist; eher] urn. Akk. Sg. von an. mágr "Verwandter", das runeninschriftlich nicht bezeugt ist. 2.) medu: Akk. Sg. zu an. mjǫdr (urn. *meduʀ), ebenfalls bisher ohne Reflex in den Runeninschriften. Möglicherweise handelt es sich um eine Fügung: g͡a (soll sein für) Obj. I und Obj. II. Odenstedt (1983) deutet die Inschrift vom Standpunkt des Ae. aus (Fall b), obwohl er sich der Provenienzbestimmung von Hines anschließt. Nach seiner Auffassung wäre die ᚩ-Rune von den angelsächsischen Einwanderern nach England mitgebracht worden (1983, S. 4, 13). g͡æg͡og͡æ deutet er als feminines nomen agentis hier in der Bedeutung "(die) heulende Wölfin" mit Beziehung auf die Bilddarstellung; mægæ (Dat. Sg. von ae. mæg) "Verwandter" und medu Nom. Sg. von ae. mēd "Lohn, Belohnung". Für eine syntaktische Aufteilung bietet Odenstedt (1983, S. 12) zwei Möglichkeiten an: a) "(Dies ist eine) Wölfin. (Der Brakteat ist eine) Belohnung für den (meinen) Verwandten" oder b) "(Dieser Brakteat, darstellend eine) Wölfin, (ist eine) Belohnung für den (meinen) Verwandten". Diese mit zahlreichen Ergänzungen arbeitende Deutung ist vor allem in zwei Punkten problematisch: 1.) die konstruierte Form gægogæ "heulende Wölfin" gegenüber der (möglicherweise auch im Ae. begegnenden) Formel g͡a und ihrer dreifachen Setzung auf dem Lanzenschaft von Kragehul (vgl. Page, 1973, S. 94). 2.) Die unbegründete Entscheidung für mēd "Lohn, Belohnung" gegenüber medu "Met". Die endgültige Deutung steht noch aus. Auch ist noch zu diskutieren, ob aus runologischen Gründen das Vorkommen von ᚩ auf anglo-friesische Provenienz (Page, 1985, S. 38) deutet oder archäologische Argumente eine Prägung in Süddänemark/Schleswig-Holstein wahrscheinlich machen und damit Konsequenzen für Entstehung und Verbreitung des anglofriesischen Futhorc sich ergeben (Odenstedt, 1983, dagegen vorläufig Page, 1985). Odenstedt, 1983; West, 1983, S. 459; HINES, 1984, S. 204-209, 303f.; S. E. Flowers, Runes and Magic. Masch.schriftl. Diss. University of Texas at Austin, 1984, S. 241; R. I. Page, Runic Links across the North Sea in the Pre-Viking Age, in: Beretning fra fjerde tværfaglige Vikingesymposium. Red. af H. Bekker-Nielsen u. a. Udg. for ma.-arkæologi ved Aarhus Univ. 1985, S. 31-49, 37-39.
Possible formular word

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