IK 128 Nebenstedt - B
IK No. adjusted: 128
Material
gold
Seriation Group
125:H2
Condition
damaged; Leicht verbeult, stärker abgetrieben; die Öse wieder angesetzt. Zirkeleinstichloch. Worn: No
Diameter
28.7 mm
Diameter info
new drawing
Weight
3.4 g
Stitch hole
Yes
Found year
1859
Fake suspicious
No
Museum
Landesmuseum Hannover
Registration No
7544
Delivered
Dezember
Category of Inscription
runes
Inscription
I: ←glïaugiʀu II: ←ïurṇʀl
Inscription long
Zwei linksläufige Runenkomplexe in den Segmenten 1,2,4 (I) und 3 (II). I: glïaugiʀu II: ïurṇʀḷ I,5:Wenderune; I,9:Sturzrune; II,3: Sturzrune; II,6: eindeutig lesbare, nach links geneigte l-Rune (von Bugge und KJ weder berücksichtigt noch erwähnt). Lautwert der "Eibenrune" (ï) hier i. Urn. Glïaugiʀ wïu r(ū)n(ō)ʀ l. Glïaugiʀ "der Glanzäugige", Selbstbezeichnung des Runenmeisters zur Kennzeichnung seines scharfen, gleißenden Blickes, der übernatürliche Kräfte signalisiert (vgl. Hitsum-A, hier Nr. 76). Problematisch der Versuch Ellmers', darin einen Odinsbeinamen zu sehen in Entsprechung zum Odinsheiti Báleygr "der Flammäugige" (das dazu gehörige Pendant Bileygr "der Schwachäugige", dem ein Auge fehlt, wird nicht berücksichtigt). Zurückhaltender Müller, der erwägt, ob es sich hierbei "um Bezeichnungen der Runenmeister handelt, die im rituell-kultischen Nachvollzug der von den Göttern erstmals vollführten Tätigkeiten und Taten die göttlichen Namen annahmen". wïu "ich weihe" (für *wīgju oder wīhiu), vgl. KJ 27 Kragehul. r(ū)n(ō)ʀ (vgl. hier Nr. 184) mit Auslassung der Vokalzeichen (vgl. KJ 14 Etelhem) "die Runen". Alleinstehendes, schließendes l könnte Abkürzung für laukaʀ sein (vgl. eine andere Wortabkürzung mit dem Anfangslaut auf Sonderby [= Femo], hier im 2. Bd.), aber auch als Begriffsrune laukaʀ (mit KJ, S. 4) interpretiert werden (vgl. Düwel, in: Hoops 2, S. 150ff.). Zu laukaʀ vgl. hier Nr. 8. Übers.: "Ich der Glanzäugige weihe (die) Runen. Lauch, Gedeihen!". Dietrich, 1865, S. 267f.; Stephens, ONRM II, 1867/68, S. 523, Nr . 7; Bugge, NRI I, 1891–1903, S. 125ff.; KJ, 1966, S. 269f., Nr. 133, Taf. 58; Krause, 1971, Nr. 62; Ellmers, 1972, S. 209f.; Edith Marold, 1974, S. 203, 205, 213; Schrodt, 1975, S. 173, 175f., 179; Antonsen, 1975, Nr. 63; Müller, 1975, S. 162f.; Nielsen, 1977, S. 356; Düwel, 1977, S. 89–96 ; Grønvik, 1981, S. 195f.; Bibl.: Schnall, 1973, S. 56f.; Düwel, in: ›Opfer‹-Kolloquium, 1983, S. 322, 326f.
Possible formular word
laukaʀ?